Ich habe gestern Nacht den Text “Liebe Neupiraten” kritisiert, der überraschenderweise von drei Menschen kam, die ich sehr hoch achte. Eigentlich hatte ich nicht vor, mich dem Pool von Blogbeiträgen über den “Altpiraten-Neupiraten”-Konflikt anzuschließen. Aber viele Reaktionen auf den neuen Beitrag fielen zustimmend aus. Der Konflikt scheint real zu sein, das nehmen sehr viele Wahr. Also schreibe ich jetzt keine direkte Replik auf den Text an sich, sondern versuche, den Konflikt zu analysieren und zu erklären, warum ich die Differenzierung für den komplett falschen Ansatz halte. Es ist nicht der Rant, der mich stört. Es ist die zugrundeliegende Logik.
Der Kern der Debatte besteht darin, dass man eine Gesellschaft gemeinschaftlich formt und Normen setzt. Die Normen werden im Dialog bestimmt und es dauert eine Weile, bis sie fest sind. Dieser Aufgabe hat sich die Piratenpartei seit ihrer Explosion 2009 angenommen. Sie war gerade fertig, als die Berlinwahl und besonders die mediale Aufmerksamkeit danach uns eine neue Mitgliederflut brachten.
Jetzt haben viele der “alten” Angst, dass die festgelegten Normen wieder aufgeweicht werden von denen, die sich nicht daran halten. Dass das Gesicht der Partei sich ändert. Man hat Angst vor Eiferern, die auf Posten wollen und die das Gegenteil von allem wollen, wofür die Piratenpartei steht.
Ich erkläre mal einige Schwierigkeiten in dieser Sicht.
1. Wer ist ein Neupirat?
Eigentlich bin ich Neupirat. Ich bin noch keine drei Jahre bei dieser Partei und das ist eigentlich eine verdammt kurze Zeit. Als ich kam, musste ich mich in die Themen und ins Programm einarbeiten. Vieles erschien mir anfangs seltsam, aber ich mochte es und jetzt bin ich halbwegs drin. Ab welchem Datum muss man beigetreten sein, um Neupirat zu sein? Nach der Berlin-Wahl? Nach Dezember 2011? Wo ist die Grenze, ab der man sich plötzlich an das Publikum “der Neupiraten” wendet? Das ist eine völlig künstliche Unterscheidung.
2. Es geht nicht um Neupiraten
“Wir haben keinen Platz für Spinner und irrationale Vollidioten” -
Das ist in etwa ein Zitat aus dem oben verlinkten Text und ich kann absolut und 100% verstehen, warum man so fühlt. Ich fühle natürlich genau so. Aber ich muss einsehen, dass es nicht so einfach ist. Denn wer ist denn ein Spinner und irrationaler Vollidiot? Ich würde doch sagen, in erster Linie wir, wenn wir versuchen, völlig neue Ideen in eine Gesellschaft zu werfen. Glaubt ihr nicht, dass genau wir die Spinner sind, die die Altparteien nicht haben wollen? Denn sie haben sich jahrelang den Arsch aufgerissen und sie haben gearbeitet und sie haben Ideale und diese Ideale in diesem Land umgesetzt. Und plötzlich kommen Spinner, die alles ganz anders machen wollen.
So ähnlich steht es doch aber auch über die Leistungen der “Altpiraten” in vielen Texten. Das ist das Ding. Wir, die wir als Neulinge und Chaoten in eine Gesellschaft kommen, müssen doch auch Neulinge und Chaoten vertragen und schauen, was sie uns anzubieten haben. Außer natürlich, und da bin ich mit den Kritikern völlig d’accord, Menschen, die folgende Punkte nicht teilen:
- Jeder Mensch ist gleich, jeder hat dieselben Rechte. Niemand wird aufgrund von irgendetwas diskriminiert.
- Wir stehen für ein möglichst frei gestaltbares Leben aller Menschen. Für eine Gesellschaft sind Regeln notwendig, aber minimal zu halten, um niemanden in seiner Entfaltung zu stören.
- Wir sind eine Solidargemeinschaft. Die Stärkeren helfen den Schwächeren.
- Grundrechte werden geschützt und gestärkt.
- Politische Prozesse und Entscheidungen sind jederzeit möglichst offen und transparent zu gestalten und Betroffene und Interessierte so weitgehend wie möglich zu beteiligen.
- Wir verstehen uns als eine weltweite Bewegung.
Diese Aufzählung stammt von Stefan @supaheld Schimanowski.
Natürlich sind wir eine Partei und haben bestimmte Grundwerte. Wir werden an diesen Grundwerten festhalten. Aber das hat nichts mit alten oder neuen Piraten zu tun. Erinnert euch bitte, dass wir in dieser Partei schon immer Individuen hatten, die sich par tout nicht mit diesen Werten identifizieren konnten. Eines der längsten Parteiausschlussverfahren unserer Geschichte ist so ein Beispiel. Das ist eine völlig andere Konfliktlinie.
Mich stört an dieser Altpiraten-Neupiraten-Denke die Einstellung: “Wir haben das schon immer so gemacht und wir möchten unter uns bleiben. Kommt nicht, wenn ihr nicht genau so seid, wie wir.” Weil das eine Haltung ist, die wir immer abgelehnt haben.
Ja, teilweise kommen Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zu uns. Dann ist es genau unsere Stärke, mit diesen Menschen zu diskutieren und dialektisch ihre Gedanken entweder im Rahmen unserer Grundwerte zu widerlegen, oder, wenn sie gut sind, aufzunehmen. Denn das ist ebenfalls einer unserer Grundwerte. Wir lehnen Neues nicht ab, wir analysieren es. Wir machen uns Teile davon immer zueigen, das macht uns stark und es hält uns immer neugierig. Und es ist genau das, was wir von der Gesellschaft im Bezug auf uns erwarten.
Ich bitte also alle Piraten, zu analysieren, ob es wirklich Neupiraten sind, die etwas kaputt machen. Oder ob es sich dabei eher um wahrgenommenen Kontrollverlust handelt. Denn der tritt natürlich ein bei den vielen neuen Mitgliedern und er ist unangenehm. Es ist aber trotzdem das, woran wir glauben. Wir können daran nur wachsen.
Also, wenn ihr eintretet, lest euch das Grundsatzprogramm durch, hört euch um und diskutiert. Bildet euch, ehe ihr verändert. Aber bitte lasst uns einander nicht abhängig vom Eintrittsdatum behandeln.

Prinzipiell hast du natuerlich Recht. Ich nehme das auch nicht vorwiegend um einen alt/neu-Konflikt wahr, da es auf das Eintrittsdatum im Grunde nicht ankommt. Allerdings habe ich auch nicht den Eindruck, dass Andere dies ausschliesslich tun, auch wenn die Verkuerzung tatsaechlich haeufig anzutreffen ist [ich vermute, weil es bei Neupiraten tendenziell haeufiger vorkommt oder vorzukommen scheint, dass sie die - nenne wir sie mal - piratigen Grundsaetze nicht teilen].
Es entspricht meiner Auffassung, dass andere das auch irgendwie so meinen. Die Formulierung ist dann vielleicht missverstaendlich. Es geht [mir] dabei auch gar nicht darum, dass niemand mit einer anderen Meinung als der meinigen eintreten sollte. Aber wie du schon sagtest, mit den Grundprinzipien, auf denen die Piratenpartei basiert, sollte man imho schon uebereinstimmen.
Dennoch danke fuer deinen sachlichen Kommentar. Sachlichkeit ist bei emotional( gefuehrt)en Debatten immer gut
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Also ich hatte eigentlich klar in dem Text gelesen, dass es da nicht um das Eintrittsdatum geht, sondern um genau den Umgang miteinander, den Du hier beschreibst. Prozentual betrachtet ist es aber nun mal mit Sicherheit so, dass die meisten ‘nerdfernen’ eher später dazu gekommen sind.
Es sind aber glaube ich nicht unterschiedliche Meinungen oder verschieden fokussierte Inhalte, welche Schwierigkeiten bereiten, sondern das unterschiedliche Verhalten der jeweiligen Leute, sie zu äußern und durchsetzen zu wollen. Wer in der PP eine leicht zu formende und zu entführende Rohmasse für seine persönlichen Heilsvorstellungen von der Welt sieht, hat da eben schlechte Karten – so sollte es jedenfalls sein.
Die positiven Formulierungen im Ursprungstext (“wen wollen wir?”) fand ich alle gut. Bei den negativen “Verpisst-euch”-Rhetorik hätte ich mir eher gewünscht, dass da mehr ein “Ihr seid hier eventuell nicht richtig / könnt euch die Mühe sparen, wenn ihr nicht bereit seid, eure Ideen als verhandelbar und eure eigene Person als weniger wichtig zu erklären” als ein defensives “wir wollen nicht (= wir haben Angst vor euch” draus wird. Weil das war, wie ich glaube, der eigentliche Punkt: Egomanen braucht es in der PP einfach nicht, ganz egal welche begrüßenswerte Inhalte sie vertreten mögen.
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Long live impermanence!
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Marina, Danke! Du schreibst sauber und klar, was ich denke! Da kann und muss man nichts mehr zu sagen!
Ich bin froh, dich kennengelernt zu haben!
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Nachdem es nun mehrere Blogposts in diese Richtung gibt (ich empfehle auch von Jan @KollegeJansen Kastner http://kollegejansen.wordpress.com/2012/07/05/ab-wann-ist-man-eigentlich-pirat-ein-erklarungsversuch/) und ich mir die Reaktionen darauf betrachte, so ist doch ganz klar festzustellen, dass es eine große inhaltliche Einigkeit gibt. Wie üblich gibts rund 98% Zustimmung, es wird sich an 1-2 Wörtern gestört und deswegen gern mal gebasht.
Es ist völlig egal, ob man es Neupirat nennt, unterscheidet zwischen Piraten und Mitgliedern der Partei, wir alle wissen, was gemeint ist, den idealen Begriff hat nur niemand gefunden.
Ich widerspreche dir in dem Punkt, dass der gesellschaftliche Wert und die Vorstellungen sich bis zur Berlinwahl geformt haben. Aus meiner Sicht war das Ende 2009 bereits abgeschlossen, die Werte waren gefühlter Konsen, der Enthusiuasmus war hoch und ich glaube das ist gemeint, wenn öfter dem “Spirit von 2009″ nachgetrauert wird. Der Großteil derer, die bis zur Berlinwahl eingetreten sind, haben sich dort auch nahtlos eingefügt. Da war das Verständnis noch groß, es ging um die Sache und nicht um den Erfolg. Die Berlinwahl hat gezeigt, dass wir Erfolg haben können, völlig klar, dass dadurch eine Menge Leute angezogen werden. Selbstdarsteller, Spinner, oder einfach Leute, die ihre ganz bestimmten Themen in die öffentlichkeit tragen wollen. Das ist ihr gutes Recht, aber vielen davon ist es eben auch völlig egal, wofür die Partei sonst steht. Und das können wir nicht gebrauchen.
Du sagst, wir werden an diesen Grundwerten festhalten. Hoffentlich, aber ich bin mir nicht sicher. Der Anteil derer, die daran nicht festhalten, scheint subjektiv stark zu steigen. Und genau darin liegt die Angst begründet, die sich derzeit in vielen Blogposts widerspiegelt. Oftmals gibts auch die Kritik, dass einige nur fürchten, an Einfluss zu verlieren. Als hätten einzelne so einen Einfluss. Es geht doch nur darum, dass all diejenigen, die so unglaublich viel Zeit in den letzten Jahren investiert haben, nicht die eigentliche Identität der Partei verlieren möchten.
Offenbar ist vielen nicht klar, dass eine Partei keine Ansammlung loser Programmpunkte ist. Der Großteil unseres Programms lässt sich anhand der Werte ableiten, als Partei verkaufen wir kein Programm, sondern ein Gesellschaftsbild. Ob wir das freiheitlich, liberal oder sozial-liberal nennen ist egal, letztlich geht es darum, sich in den Parlamenten für unser Gesellschaftsbild einzusetzen. Verlieren wir unsere ursprüngliche Identität, sind wir nicht mehr ernstzunehmen (Jehova, er malt den Teufel an die Wand). Wir alle wünschen uns, dass diese Werte beibehalten werden, aber wir wissen nicht, wie wir mit den Parteimitgliedern umgehen, die anderes im Sinn haben, als ihnen zu sagen, verpisst euch. Dazu muss uns dringend etwas einfallen.
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Schöner Text.
Was mir bei dieser ganzen Thematik etwas verloren geht, ist die große Bandbreite an Meinungen die es schon vor den “Neupiraten”-Wellen (2009, 2010, 2011,2012) gab. Es gibt und gab in der Partei so viele unterschiedliche Ansichten zu vielen Punkten (Liquid Feedback, BGE, Konzentration auf Kernthemen oder Gesamtprogramm) und gerade diese lebhaft und vor allem nicht von oben bestimmte Diskussion hat die Piraten zu dem gemacht, was Sie sind. Nun zu verlangen, dass nur Meinungen, die bereits in der Partei sind, gelten dürfen würde aus meiner Sicht bedeuten, diese Evolution der Ideen in der lebenden Partei – und damit die Partei selber – zu Grabe zu tragen.
Viele (Alt-)Piraten sind dadurch aktiv geworden, dass sie meinten, dass man Ihre Stimme und Ihre Meinung in Politik und Gesellschaft nicht bemerkt und würdigt (Zensurella/Dateschutz/Killerspiele usw.). Kann es zu dieser Partei passen, einer Gruppe, die man an einem Datum ausgrenzt, das Recht verweigere, Ihre Stimme und Meinung in einer sich als urdemokratisch definierenden Patei von sich zu geben?
Jeder hat das Recht seine Meinung zu vertreten. Und damit auch das Recht sich zum Affen zu machen. Aber ich stehe niemandem ein Berechtigung zu, dass seine Meinung wichtiger sei, als die eines anderen. Dieses Recht darf in einer Demokratei nur die Mehrheit haben.
Früher soll man sich mal über jeden neuen Piraten als Mitstreiter gefreut haben. Früher soll man sich über jede andere Meinung gefreut haben, weil sie die Diskussion bereichert hat. Klingt nach einer schönen Zeit.
Para
NeuPirat
P.S. Entschuldige Marina, dass ich deinen schönen Text und dein Kommentarfeld missbrauche, um mein textliches Gesabbel von mir zu geben.
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Liebe Marina,
ich kann Deine Haltung vollkommen verstehen möchte nur einen Punkt anmerken, der mir aus dem Text
der drei eben auch wichtig ist: Ich finde es nötig dass diejenigen und das bin auch ich, die nach der Gründerzeit hinzugekommen sind, sich auch für die Kultur der Piraten interessieren. Für mich war z.B. dieses Sein im Netz ziemlich neu, wenngleich ich den Computer seit 1992 nutze. Ich habe großen Respekt vor denen, die sich da zusammengefunden haben und aus ihrer neuen Kultur im Netz heraus zu einer politischen Partei wurden. Ich erlebe sehr oft, dass vor allem ältere Männer sich gar nicht wirklich auf das, was da geschaffen wurde einlassen, sondern mit ihren überkommenen Top-down Verständnis an die Piraten herantreten und glauben alles besser zu wissen. Oft scheitern sie dann und ziehen sich frustriert zurück ohne verstanden zu haben, dass es eben auch um eine andere Form des
Miteinanders geht.
Ich fand den Hinweis von Forschungstorte sehr sinnvoll “erst mal hinschauen, nachfragen, entspannen und nicht gleich auf einen “wichtigen” Posten schielen. Ich verstehe auch die Sorge, dass vor lauter “jetzt seht mich doch endlich, ich bin auch wichtig, ich will jetzt Vorstand etc. werden,” eben jener Anfängergeist verloren geht, der die Piraten so anziehend macht. Du hast sicher recht, dass das kein Neu-Altpiraten-Problem allein ist, und dennoch plädiere ich für ein Mehr an Interesse und Respekt denen gegenüber, die das ganze große Experiment ins Laufen gebracht haben.
Liebe Grüße
Ursula (Alusruh)
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Hallo Marina,
ich glaube, diesmal liegst Du, auch wenn ich Dich und Deine Meinung sonst sehr schätze, in Deiner Analyse ziemlich daneben. Die Frontlinie verläuft eben nicht zwischen alten und neuen Piraten. Die Frontlinie ist dort, wo Grundwerte und Grundüberzeugungen angegriffen werden.
Warum müssen Piraten jetzt auf Mitgliederversammlungen auf breiter Front erklären, warum sie gegen Videoüberwachung sind?
Warum bekommen Leute Applaus, die nach nicht einmal zwei Monaten Mitglied sein, mit einer “Wir sind Piraten, weil…” aus der Deckung kommen, wo nichts von dem Inhalt sich mit den Kernaussagen der Piraten deckt?
Warum wird von Mitgliedern immer öfter gefordert, man solle dies und das machen, man muß dies und das vorantreiben… und zwar in einer Art und Weise, daß den Leuten, die jetzt schon den Arsch voll Arbeit haben noch mehr aufgebürdet wird?
Warum müssen sich die Aktiven, die bisher Geduld und Zeit für Neulinge aufgewandt haben jetzt doppelt Kraft aufwenden um nicht nur die Neuen zu überzeugen, sondern sich auch noch zusätzlich gegen die Positionen der älteren Neumitglieder wehren?
Warum müssen wir uns erstmals von geliebten Menschen sagen lassen, “Schatz, wir halten Dir für Piraten den Rücken frei, aber wenn Du von Piratentreffen jetzt schlechte Laune mitbringst…”?
Ich glaube nicht, daß dies alles mit einem schlichten “Die Altpiraten haben Angst…” zu erklären ist.
IMHO haben wir vielleicht zu sehr mit “Mitmach-Partei” geworben und es ist da draußen verstanden worden als “Ich kann mein Päckchen mitbringen und das allen überstülpen, denn die Piraten sind ja eine Mitmachpartei”.
Was wir eigentlich hätten sagen sollen (analog zu den Spinnern, die unsere liberale Haltung zu Bürgerrechten für ihre Naziideologien versucht haben auszunutzen), ist:
“Wir sind eine Mitmach-Partei, für alle diejenigen, die unsere Ideen und Grundsätze mittragen”.
Just my 2¢
Andreas
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Zu diesem Dauerbrenner wurde ja schon viel geredet und geschrieben.
Für mich logisch scheint die Aussage, der Konflikt tobt nicht zwischen Alt-/Neupirat sondern um Macher und Schaumschläger.
Nun ist Schaumschlagen per se ja nicht verwerflich, fragt sich nur, welcher Stoff da mit Bubbels gefüllt wird. Und wenn dieser Stoff ausgesprochen unpiratisch, menschenverachtend oder sonst wie nicht den Grundwerten entspricht, hat der bei den Piraten nichts zu suchen, mit oder ohne Schaum nicht. Da gehen auch keine neuen, frischen Ideen verloren, da wird doch nur abgestandene Brühe gequirlt.
Klar ist die Trennlinie etwas diffus und nicht einfach zu ziehen, aber wenn erkannt, dann bitte konsequent einhalten. Wenn das dann noch in freundlichem Ton, wenn auch bestimmt, dargelegt werden kann, um so besser. Verbale Querschläger bieten oft nur neue Angriffsflächen.
Also lasst uns konsequent werden und höflich bleiben. Oder höflich werden und konsequent bleiben.
Wir müssen uns das wert sein.
piratige Grüße
Richard
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Marina,
vielen Dank für diese Analyse! Ich bin einer der “neuen” Piraten und sehe diesem Konflikt eigentlich derzeit nur via Twitter/Blogeinträgen von außen zu.
Ich denke hier geht es weniger um Neue die mit wilden Ideen kommen und diese bei den Piraten realisieren wollen. Es geht vielmehr um einzelne Leute die mit teilweise kruden und den Grundsätzen der Piraten entgegenstehenden Ansichten bei uns stranden und die bisherigen Mitglieder immer wieder dazu zwingen sich mit Rückwärtsgewandten Themen (Holocausleugnung, Scientologen, younameit) auseinanderzusetzen die in der Partei im Grunde nichts zu suchen haben.
Für mich zeigt diese Auseinandersetzung die Schwäche der großen Offenheit die wir pflegen (jeder ist willkommen, die Medien können unsere Gedanken und Werde-Prozesse im Internet Live mitverfolgen und tun dies auch, um – wenn der Spin stimmt – ihre Stories zu formen.). Diese große Offenheit ist natürlich auch ein Einfallstor für allerlei illustre Gesellen mit krudem und rückwärtsgewandtem Gedankengut.
Nein, ich will diese Offenheit auf keinen Fall einschränken. Dennoch sehe ich die Notwendigkeit unsere Grundhaltung, den gemeinsam erreichten Konsens klarer auszudefinieren und immer wieder zu kommunizieren. Nicht um diese Grundhaltung für ewig in Stein zu meiseln. Vielmehr um aufzuzeigen welch Geistes Kinder wir sind, warum wir uns weiterentwickeln und nicht zurückentwickeln wollen.
Konkret könnte ich mir vorstellen z.B. auf den Stammtischen “Rote Karten” bereitzuhalten, Karten auf denen klar steht welche Themen wir NICHT diskutieren werden. Diese Karten kann man – wenn denn die Notwendigkeit besteht – denjenigen unter die Nase halten die mit solchen Ideen bei uns auflaufen.
Noch wichtiger wäre es allerdings die Gründe zu kommunizieren warum es die Piraten gibt und wofür sie stehen, ein gutes Beispiel sind die in deinem Beitrag zitierten von Stefan/@supaheld. Weitere gute Gründe fand ich in dem Rant selbst. Deshalb habe ich auf Twitter geschrieben:
“Danke für diese klaren Worte, danke für euer Engagement, danke für eine politische Heimat!” – Das war keine Ironie, der Text hat mich ganz konkret daran erinnert warum ich bei den Piraten gelandet bin!
Deshalb sehe ich in diesem Altpiraten/Neupiraten Thema weniger den von dir beschriebenen “Kontrollverlust” sondern eher ein Kommunikationsproblem unserer Grundwerte und Hauptthemen. Daran müssen wir m.E. auch im Hinblick auf die Wahl 2013 arbeiten. Vielleicht werden dann weniger Chaoten angezogen. Wenn nicht, dann müssen wir einfach mit diesen “Wachstumsschmerzen” leben und damit umzugehen lernen.
my 2ç
Bernd
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Na dann: Willkommen im Leben! Die Piraten sind also auch nur Menschen; sehr beruhigend.
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ich meinte natürlich der ruhm!
sry zu viele rechtschreib – und gramatikfehler.
schreiben liegt mir eher mit einem stift.
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Kleine persönliche Betroffenheitsmeldung
Ahoi “Altpiraten”,
der Beitrag “Neupiraten” – ich sollte es wohl besser einen offenen Brief nennen – hat auch mich erreicht. Und er hat mich betroffen gemacht, vielleicht bin ich sogar ein wenig gekränkt.
Ich möchte nicht verhehlen, warum ich so empfinde:
Ich bin 54 Jahre alt und sehe auf einige bewegte Jahrzehnte zurück. Ich habe einen verantwortungsvollen Beruf (keinen “Job”), der mir wenig Zeit lässt, mich gesellschaftlich zu engagieren, es sei denn ich betrachte meinen Beruf bereits als solches. Das mag zum Teil selbstverschuldet sein, es ist aber so. Parteipolitisches Engagement habe ich letztmals vor 30 Jahren für kurze Zeit entwickelt, dann ging das “reale Leben” darüber hinweg.
Indem ich dies darstelle, möchte ich klarmachen, dass ich mich selber für einen ernst zu nehmenden Menschen halte, der es gewohnt ist, anderen Menschen respektvoll gegenüberzutreten.
Vor vielleicht einem Jahr geriet erstmals der Begriff “Piraten” in Bewusstsein. Ich will überhaupt nicht leugnen, dass meine anfänglichen Versuche, mich diesem Phänomen zu nähern mit einigen und durchaus auch mit negativen Empfindungen verbunden waren (Es gibt da einen Chatroom, über den man besser den Mantel der Nächstenliebe werfen sollte). Aber im Laufe der Zeit erschloss sich mir das politische Potential der Ideen und Vorstellungen, die zur Gründung der Piraten in Deutschland geführt haben mögen. Ich hatte sogar den Eindruck, zu verstehen, dass die gesellschaftlichen Umstände die Gründung der Piratenpartei beinahe zwingend erforderlich gemacht haben. Gleichzeitig konnte ich feststellen, dass die Grundsätze der Piraten durchaus vertretbar waren.
Da war nun eine Partei, die für mich politisch akzeptable Grundpositionen vertrat, nicht technikfeindlich war und sich auf den Weg machte, verkrustete Strukturen zu erneuern. Ich will nicht von einem Gefühl der Erweckung sprechen, aber ich war sehr angetan. Also wurde ich vor etwa drei Monaten Mitglied.
Ich bin es gerne und versuche meine (nicht geringen) Fähigkeiten und Kenntnisse einzubringen, aus Zeitgründen sehr gerne auch online.
An dieser Stelle erreicht mich die Mitteilung, ich sei „Neupirat“. I´m not amused.
Ich fühle mich vielmehr unter einen Generalverdacht gestellt; den Verdacht, mich auf Lorbeeren anderer ausruhen zu wollen., den Verdacht, ein Trittbrettfahrer zu sein, den Verdacht, Karrierist zu sein, den Verdacht, die Piratenpartei ausnutzen zu wollen. Es ist von „Gegenwehr“ die Rede und von „Ihr“ und „Wir“.
Ich fang mal hinten an: Wahrscheinlich habe ich ein besseres Bild davon, wer „ihr“ seid, als ihr, wer ich bin. Warum das so ist? Ganz einfach: Ich kenne euch länger, als ihr mich. In verschiedener Hinsicht. Und weil das so ist, kränkt es mich, verdächigt zu werden. Ihr greift implizit all die an, die – schon aus Altersgründen – dem Klischee des Nerds nicht entsprechen. Abgesehen davon, dass das unfair ist, ist es auch schädlich. Selbstüberschätzung ist eher ein Problem als eine Lösung.
Man möchte sich meiner erwehren, wenn ich nicht „piratig“ bin. „Werde Pirat und sei Pirat, aber sei das mit Herz und aus Überzeugung“ wird mir angeraten. OMG: „Mit Herz und Hand fürs Vaterland“, bzw. für die Piraten. Ich darf mal darauf hinweisen, dass die Piraten eine politische Partei sein wollen. Dass es in Parteien Meinungsspektren gibt ist nichts Ungewöhnliches. Die Grundsätze, die Marina hier aufführt, kann jeder Demokrat unterschreiben, problemlos. Zum größten Teil sind es Verfassungsgrundsätze. Wie ich allerdings darüber hinaus eine piratige Überzeugung entwickeln soll, müsste mir bitte noch erläutert werden. Meine Überzeugungen sind meine Überzeugungen; ich sehe keine Veranlassung sie „piratig“ umzugestalten oder einzufärben. Ich gestatte mir einen kleinen historischen Seitenhieb: Gefährlich werden die Dinge, wenn etwas „unamerikanisch“ oder eben „unpiratig“ wird. Soweit ist es zwar noch nicht, aber: „Wehret den Anfängen“.
Die Piratenpartei wird sich entscheiden müssen, und zwar, wenn ich mich nicht irre, recht schnell, was sie sein möchte: Ein Sammelbecken von „Hackern, T-Shirt-Trägern, Freaks, Nerds, Netzis“ oder eine Partei, die im Rahmen ihrer Grundsätze allen Interessierten eine politische Heimat geben möchte. Sollte die Entscheidung in die erstgenannte Richtung gehen, wünsche ich „Euch“ fare well. Sollte sie in die andere Richtung gehen, würde ich dies begrüßen und sehr gerne weiter mitarbeiten.
Weiter: Ich lasse mich nicht als „Karrierist“ verdächtigen, weil ich (teils unter Schmerzen) gelernt habe, Dinge zu Erfolgen zu führen und mir ein entsprechendes Handlungs- und Verhaltensrepertoire angeeignet habe. Das ist so und das ist bei jedem so, der erfolgreich einen Beruf ausübt. Wer sich deshalb sorgt, dem empfehle ich, sich aus der Politik herauszuhalten. Wer ernsthaft glaubt, den Charme der frühen Jahre auf Dauer bewahren zu können, irrt sich sehr. Wer das nicht glaubt, mag sich in ein, zwei Jahren die Mandatsträger der Piraten näher ansehen. Im Übrigen liegt die Zukunft voraus, nicht achtern.
Schließlich: Es ist ein wenig anmaßendund eine schliche Fehleinschätzung, mir und anderen, deren Lebenslauf ähnlich sein mag, Trittbrettfahrerei zu unterstellen. Ich hab das nicht nötig, ganz ehrlich. Ich bin freiwillig Mitglied geworden, nicht wahr. Es verlangt mir etwas ab. Ich erwarte dafür keinen Dank, ich erwarte lediglich, nicht aus Gründen, die nicht zutreffen, verdächtigt zu werden. Und hoffe auf politische Erfolge.
Ja, es gibt Arschlöcher, es gibt auch Spinner, Nazis, Karrieristen, Trolle … was weiß ich. Aber bitte: Das sind Beurteilungen, die dem Einzelfall vorbehalten sein müssen. Im Übrigen kann man doch auf das Funktionieren der Meinungsbildung in der Partei vertrauen. Diese Meinungsbildung ist das Regulativ, nicht ein Lebensgefühl, dessen Bestand fraglich ist.
Was mir im Übrigen auffällt:
Es hat sicher Gründe, warum der offene Brief nicht auf einer der zahlreichen Plattformen der Piratenpartei zu finden ist. Wäre ich nicht bei Twitter angemeldet, hätte ich ihn wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen. Ich denke, ich bin auch nicht der Adressat; gerichtet ist er vielmehr an den inner circle , an diejenigen, für die Twitter Arbeitsmittel ist. Dieser Umstand erscheint mir mit Transparenz nichts zu tun zu haben, denn ich vermute stark, dass nur die wenigsten Mitglieder regelmäßig twittern. Mir drängt sich im Gegenteil der Eindruck auf, Anflüge von Bunkermentalität zu sehen. Die Angst vor den kommenden Veränderungen weckt eine Art Untergangsstimmung.
Das ist nur ein Gefühl, aber es verstärkt sich. Macht das nicht: Ihr werdet damit leben müssen, dass die Partei ihren Charakter ändert. Das wird nicht ruckartig geschehen und die Richtung ist nur unklar zu sehen. Aber ich habe wenig Sorge, dass die Substanz der Partei dem standhält. Ich wünsche mir das sogar. Und was das Profilieren angeht: Ja verdammt, glaubt ihr, nur ihr hättet Ambitionen? Menschen möchten sich bestätigt sehen. Glaubt ihr ernsthaft, es gäbe noch in Jahren den Kern der Gründungsmitglieder, die den Ton angeben und alle folgen gehorsam? Mal abgesehen davon, dass ich die Idee der Piraten anders verstanden habe: Da kommen mir Gedanken an historische Momente, die ich lieber gleich runterschlucke. Ich hab gelernt, mich vor denen zu hüten, die der Kontinuität das Wort reden. Sie meinen sich, nicht das Ganze, pardon.
Ihr habt die Mitmachpartei gewollt. Jetzt habt ihr sie. Lebt damit oder verschwindet wieder in der Bedeutungslosigkeit der Keller. Ihr habt eine Chance, mit dem Teufel zu essen und ihr seid im Begriff sie zu vertun, weil Euch die Konsequenzen Sorge bereiten. Werdet halt auch ein wenig Teufel – mit Herz.
Überdenkt das bitte.
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Zum Statement von BeKa hätte ich nur eine kleine Korrektur: “… ich bin 52 Jahre alt …”
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Ich verweise mal auf mein Thread vom 10.07.2012 auf der Nds. ML
Halte diese öffentlichen Bekennungen und Gruppenbildungen für überaus gefährlich ob sie nun Alt-/Neu Piraten heißen, Trolle, Verschwörer, Querulanten …. usw.
Frei Politik für Freihe Geister und RESPEKT !
Zitat :
Farm der Tiere jetzt Live ?
@ Nds Piraten
Und wieder stehe ich auf und schwimme gegen den Strom …..
Einige wissen, dass ich teilweise die Entwicklung der Piraten Niedersachsen mit der Farm der Tiere verglichen habe (Twitter) …
Nun ist es jedoch soweit, dass ich auch hier ganz massiv meine Gegenrede aufzeigen muss.
Nach
1. Akt : Tiere gut , Menschen schlecht
2. Akt : Schweine sehr gut, Tiere gut und Menschen schlecht
haben wir nun scheinbar den
3. Akt : Schweine gut, Menschen & Tiere schlecht
erreicht und wir laufen mit großen Schritten auf die erste öffentliche „Säuberung“ zu …
Wie im Spiegelartikel und in dem im Umlauf befindlichen Schreiben von Sandra „Machen statt Labern“ steht und nun auch über die Mailinglisten und Twitteraccount läuft, wird einer bestimmten Gruppe der Kampf angesagt. Unlängst übrigens, hatte auch Steven in Hannover mit einem „offenen Brief“ ähnlichen verruchten Gruppen aufgerufen die Partei zu verlassen..
Aber wer bestimmt hier was Richtig und Falsch für die Piraten ist ?
Wer möchte entscheiden, dass jemand in einer Partei keine Beachtung, Teilhabe oder Mitsprache mehr hat ?
Wer sagt das der Weg der gegengen ist der Richtige ist ?
Ich halte diese Entwicklung für überaus gefährlich … und für eine Freie Partei mit großer politischen Teilhabe und Basisdemokratie fast für wieder jeder Vernunft !
Ich bin selbst schon als Troll, Verschwörungfuzi, Querulant, u.ä. betitelt worden, weil ich halt so bin wie ich bin und meine eigene Meinung zu vielen Dingen bilde ohne blind der Masse zu folgen …
Bin ich deshalb ein schlechter Mensch?
Jemanden den man mit Missachtung und Gruppendynamik zu sanktionieren hat ?
Wenn ja, warum ?
Weil ich unbequem bin und Dinge aus meinen eigenen Blickwinkel betrachte und in meiner eigen Sprache (Berliner Klappe) zu Kenntnis bringe?
Auch wenn wieder viele Piraten die mich nicht sonderlich mögen hier eine weitere Möglichkeit wittern mich pers. nach dieser Mail anzugreifen (go Shitstorm), solltet Ihr einen Moment innehalten und über die Sache nachdenken… die sich im Begriff ist hier zu entwickeln.
VORSICHT !
Das ist eine Generalvollmacht die sich hier entwickeln soll um unbequeme Piraten zu Trollen, Verschwörern und Querulanten zu stempeln und danach im Rahmen der Gruppendynamik zu verurteilen.
Ein Konflik löst man nicht dadurch, dass man Gruppendynamisch diesen ins Abseits stellt !
So werden lediglich unkontrollierte Feinde geboren ! Es gilt das offene Gespräch zu suchen und zu dikutieren und von seiner Meinung zu überzeugen… das ist gelebte Demokratie (sie ist anstrengend jedoch das wofür es sich zu streben lohnt).
QUERULANT/VERSCHWÖRER/TROLL:
Diese geächteten Worte werden so gerne schnell genannt, ich versuche hier mal eine eigene Interpretation für die schlimmen 3 Worte zu finden !
Was ist denn ein Troll ?
Z.B.: Ein Mensch der eine andere Meinung vehement vertritt obwohl die Masse diese nicht teilt und somit diese Masse beschlossen hat – sich mit diesem und der andauernden Diskussion nicht länger zu befassen?
Was ist denn ein Querulant ?
Z.B.: Jemand der sich durch die Gruppendynamik ausgeschlossen fühlt, weil er event. als „Troll“ eingestuft wurde und nunmehr aufgrund seiner pers. Verletzungen „schreiend“ und „hilfeflehend“ durch die Parteimedien läuft!
Was ist ein Verschwörungsfuzi/s?
Z.B.: Jemand oder Einige der/die eine Oppositionelle Haltung innerhalb der Partei einnehmen weil er/sie eine andere Auffassung von Politik oder zu bestimmten Themen hat/haben.
Der der Keine Schuld auf sich geladen … möge den ersten Stein hier werfen …
Mirko
Quellen:
Spiegel Artikel
[Bild: machenstattlabern.de]
Viele liebe Grüße
Mirko
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Ich unterscheide inzwischen nicht mehr zwischen Alt-Piraten und Neu-Piraten. Wer sich nicht an die von Stefan so trefflich formulierten Grundsätze halten kann, der soll sich bitte schnell wieder verpissen.
Marc
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Ahoi Marina & alle Altpiraten,
ich gehöre definitiv zu den Neupiraten, das kann ich ich keinesfalls leugnen – bin erst im April zu euch gestoßen.
Ich habe mir den Beitrag “Neupiraten” auch durchgelesen, und er hat mich mit einem eher verwirrten Gefühl zurückgelassen. Ich kann nämlich jedes Wort nachvollziehen und bin offenbar schon mein ganzes Leben ein “Nerd” gewesen, ohne es zu wissen. Der Beitrag hat mir absolut bestätigt, dass ich bei den Piraten am richtigen Platz gelandet bin.
Das einzige, was ich seit meiner Anmeldung für euch getan habe, war die Überweisung meines Mitgliedsbeitrags. Dass ich mich ansonsten noch nicht aktiv eingebracht habe, hat eher daran gelegen, dass mir noch der Mut gefehlt hat auf die Altpiraten zuzugehen. Ich habe bis heute nicht gewusst, dass es tatsächlich einen Konflikt zwischen Alt- und Neupiraten gibt – aber ich hatte so etwas befürchtet. Vielleicht gerade deshalb, weil ich die in dem Beitrag erwähnten Zweifel, Bedenken und Sorgen so gut verstehen kann.
Das Ganze ist gerade ein Paradoxon für mich, denn ich bin ein Neupirat, der wie ein Altpirat denkt
)
Und ich glaube genau das ist es, was Marina hier meint.
Einerseits hat mich der Beitrag total motiviert mich endlich mal zu einem Stammtisch zu bewegen, da ich jetzt weiß, dass ich wirklich dort hingehöre.
Andererseits ist meine Befürchtung angeschürt worden dort mit Argwohn und Vorurteilen konfrontiert zu werden. Nein, ich bin nicht gekommen um euch zu unterwandern
Ich bin gerade deshalb so spät dazu gestoßen, weil ich erst gründlich herausfinden wollte, ob ich die piratigen Werte teile.
Ich wollte nicht einfach bloß dabei sein, weil es jetzt gerade so viele machen. Ich wollte nur dabei sein, wenn ich eure Werte mit ganzem Herzen vertreten kann. Mein Misstrauen in die Politik war mein ganzes Leben so groß, dass ich keine Partei unterstützen wollte, deren Werte nicht zu mir passen.
Aber inzwischen ist es offensichtlich, dass wir dieselben Werte teilen, und das freut mich unglaublich sehr!
Ich hoffe eben nur, dass die Altpiraten erkennen, dass es unter den Neupiraten auch Altpiraten und umgekehrt gibt. Nein, ich glaube es wäre falsch diese nach Eintrittsdatum zu sortieren.
Nur so als Beispiel: ich bin 34 Jahre alt, viele andere Piraten sind jünger – sagen wir 25. Wenn es die Werte sind, die jemanden zum Piraten machen, dann muss ich euch leider mitteilen, dass ich schon etwas länger Pirat “bin” als viele andere. Ich bin dann nämlich schon seit 34 Jahren einer, und ihr erst seit 25. Ätsch!
)
Natürlich könnt ihr jetzt sagen: “Aber wir haben alles aufgebaut und die ganze Arbeit gemacht!” Das stimmt. Sorry, hab’s verpennt. Ihr habt aber noch genug Arbeit für mich übrig gelassen, also kann ich das sicher wieder gut machen. Versprochen
Liebe Grüße & danke für beide Beiträge
Yuki
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Ich mußte Marinas Blogartikel eben gerade 2x lesen, um zu begreifen, daß ich nach Marinas Lesart zu den “Neupiraten” gehöre. Davor hatte ich den Artikel von @The_DanielSan, @forschungstorte, @Carridwen gelesen und stimme ihm hundertprozentig zu.
Würde ich dem “Liebe Neupiraten”-Artikel nicht zustimmen, wäre ich der Piratenpartei nicht beigetreten. Wenn ich Ballspiele nicht mag, gehe ich nicht in den Fußballverein. Wenn ich klassische Musik nicht mag, besuche ich kein Symphoniekonzert. Wenn ich die grundsätzlichen Überzeugungen der “(Ur-)Piraten” nicht teile, suche ich mir eine andere Partei.
Ich hatte mich nicht angegriffen gefühlt, weil ich mich nicht zu den Neupiraten zählte. Ich dachte, es ginge um die alte und neue Sichtweise auf Dinge, um alte und neue Strömungen im Meinungsbild, nicht um das Beitrittsdatum.
Grüße
Rüdiger
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Ach Rüdiger,
wenn es doch nur so einfach wäre.
Nicht alle die bei den Piraten mitmachen, wollen auch echte Piraten sein. Es ist wie im wahren Leben, die Triebfedern sind mannigfaltig.
Beispiel: Wer zum CSD geht, kann Gleichgesinnte treffen wollen, schön und gut.
Oder, sich aufgeilen,
oder in der Anonymität der Masse über die Stränge schlagen,
oder sich austanzen,
oder Zoff anfangen wollen.
Oder sich am Ausgang tottreten.
Man sieht nicht immer sofort was dahinter steckt. Aber wenn man es sieht müssen Piraten handeln. Und wenn wir den Unterschied nicht erkennen, haben wir ohnehin verloren.
Gruß
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Ich konnte mir nicht verkneifen, auch was dazu zu sagen:
http://jomenschenfreund.blogspot.de/2012/07/neue-piraten-wichtigere-piraten-und-das.html
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Letztlich steht diese Diskussion für eine andere, viel tiefgreifendere Diskussion, die nicht nur bei uns, sondern weltweit läuft: Es geht um die Frage der Werte, der Moral.
Das Urteil über die Beschneidung von Knaben, der Prozess um die Tagesmutter, die Kinder in einem Wohnhaus betreut, ja sogar der Namensstreit zwischen der Republik Makedonien und dem ehemals osmanischen Gebiet Griechenland, sie alle sind Symptome für den viel tiefer gehenden Umbruch unserer Welt.
Seit tausenden von Jahren herrschte eine – mehr oder minder – klare Trennung in verschiedene “Stände”. Unsere ganze Kultur ist auf diese ständische Organisation ausgerichtet. Mit Beginn der industriellen Revolution begannen sich die ständischen Grenzen zu verwischen. Und seit Beginn der Internet-Revolution brechen alle Dämme.
Plötzlich werden einfache Menschen zu mächtigen Sprechern – und sind oft mit dieser Rolle völlig überfordert. Der Vorteil der ständischen Gesellschaft war nämlich der, daß die Herrscher gezielt und konsequent auf Ihre Aufgabe vorbereitet wurden. Und diese Vorbereitung begann schon kurz nach der Geburt.
Macht Euch bitte keine romantischen Illusionen über das Leben als Prinz oder Prinzessin. Die Wahrheit ist, es war ein sehr hartes Brot und das ist es bis heute. Warum sind unsere Politiker weltweit solche Versager? Eben weil Ihnen diese Vorbereitung und die moralische Tradition fehlt.
Jetzt will ich nicht die alten Verhältnisse zurück, aber wenn man die Ursachen nicht kennt, kann man die Fehler schlecht bekämpfen.
Wie muß also die Forderung an die Piraten lauten? Ich denke, am wichtigsten ist die Forderung: “Versetze Dich in die Situation Deines Gegenüber!”
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Es ist doch nicht entscheidend, was uns unterscheidet, sondern das was uns zusammenhält. Diese Neu-Alt-Piraten-Diskussion ist kontraproduktiv und kostet der Piratenpartei Wählerstimmen und Mitglieder. Was soll der Quatsch?
Jedem Piraten muss doch klar sein, dass eine Volkspartei kein 5-Sterne-Klub ist, wo nur die Millionäre Einlass erhalten. Es gibt also keine Neupiraten und Altpiraten. Es gibt nur den langen oder kurzen Weg zur Direktdemokratie und die Sackgasse. Wollt Ihr in die Sackgasse?
Die Piratenpartei braucht neue Mitglieder und deren Ideen und Tatkraft. Nächstes Jahr ist Bundestagswahl, das zählt jede Stimme und jedes Mitglied!
Grüsse von einem noch-nicht-Piraten
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Liebe Marina,
nach meinen Erfahrungen predigst Du Wasser während Du Wein trinkst. Mag daran liegen, dass ich weder Neu noch Altpirat bin. Du selber bist wohl am meisten von dem überrascht/uberwälltigt, was über Dich, ja über Dich und nicht über die Piraten, hereingebrochen ist, wie Du dem Logruf des Scheinwerferlichtes folgtest. Das Du diese Wässer auf die Mühlen der Piraten lenktes, sei Dir dabei hoch angerechnet. Sie sind endlich wieder einmal echtes Stück Leben und flammende Hoffnung auf der ansonsten menschenfeidlich gewordenen Politik. Und gerade für junge Menschen wie Dich.
Aber die Piraten verhalten sich genau wie Du. Sie werden mit all den neu auf sie einstürmenden Menschen und ihren Ideen wie Verhaltensweisen diese Einbringen zu wollen nicht fertig. Sie können nicht mehr auf all diese Menschen noch eingehen, ihnen gerecht werden und vertrauen. Sie können sich aber auch nicht hinenfallen lassen in dieses gigantische Bällebad, es könnten ja Dornen und schroffe Steine darinnen verborgen liegen. Und so weisen sie die ihnen hin gestreckten Hände zurück oder schlimmer noch missachten sie ob dieser Ängste. Sie sind wie Du, können Feind und Freund nicht mehr unterscheiden.
Würde mich sehr freuen mal von Dir zu hören, wenn der Trubel sich gelegt, Du Dein Diplomstress und Heiraterei hinter Dir hast. Ein “Hallo mir/uns geht es gut” oder sowas, würde mir schon reichen um mich nicht mehr als Volldep zu fühlen.
Alles Gute und weiterhin viel Erfolg.
j.
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Moin Marina,
was aus meiner Sicht fehlt und wann ich eher von Neu-/Altpiraten spreche, ist im Bereich der Schulung, sprich die Partei und deren Ziele/Werte/Kodex etc. näher zu bringen, aber auch die Werkzeuge den Neupiraten und nicht so netzaffinen Piraten zu lehren, damit die Grundvoraussetzung für die “Mitmach-Partei” gegeben sind.
Gruss
Bastian aka NoEwS
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Hallo Bastian,
da hast Du allerdings recht. Wenn ich mir das hier ansehe ( https://service.piratenpartei.de/listinfo ) kann ich mir vorstellen,dass weniger “netzaffine” Neumitglieder einfach kapitulieren. Die Vorstellung,Outlook nur für einen Bruchteil dieser ML einzurichten bereitet Unbehagen. Und so ist es ja auch erklärlich, dass vieles über Twitter läuft…
Gruß
Bernd
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Ich höre die Piraten immer öfter was von Codex und Werten schwafeln.
Wenn es nicht die menschlichen Minimalanforderungen aller Teilnehmer sind, sondern nur wieder die eine neuen politischen Zweckgemeinschaft, deren Regeln (Werte und Verhaltensrichtlinien) man zu erlernen hat um mit profitieren zu dürfen, dann taugt das Ganze nicht und es müsste eigentlich nicht Alt- gegen Neupiraten heißen sondern „Die mit Verdienst-Kapital“ gegen die, die sich solches erst noch ansparen sollen. Dann geht es hier um zukünftig erwartete Pfründe, die man gesichert wissen, wo man sein Zeit-Kapital berücksichtigt sehen will.
Das kennen wir Altmenschen schon zur genüge, allerdings nicht mit den Kommunikationsmöglichkeiten der Neumenschen von heute. Darin erschöpfte sich dann dieser dann Klamauk auch schon.
Hört doch auf damit uns nachzuäffen, macht es besser.
mfg.
j.
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Hmm, liegt bei den Piraten nicht das Problem vor, dass die Funktion und Regeln einer Schwarmintelligenz vielen nicht bekannt sind und auch nirgends auf euren Piratenseiten zu finden sind? Allein die drei bekannten Regeln für ein Schwarmverhalten, wären doch ein einfacher Kodex für euch.
Zugvögel schaffen es schließlich auch auf ihrer Reise neue Vögel aufzunehmen.
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Zwei Punkte möchte ich meinerseits anfügen.
1. Eine Partei setzt mittels Grundsatzprogramm (GP) immer Grenzen. Ein Programm versucht ansatzweise klarstellen, wofür man steht und mitunter wogegen (bzw. wofür nicht). Im Grunde grenzt man sich dadurch ab und grenzt indirekt auch aus. Mit jedem neuen Piratenpartei-Mitgliedsantrag verschieben sich Grenzen und das Grundsatzprogramm wackelt entweder oder verkommt zum Papiertiger.
Lösen kann man das nur durch ewiges Wiederholen von Inhalten des GPs verbunden mit der Weiterentwicklung desselbigen.
Da können die Piraten noch froh sein, dass sich von den 30T+ Mitgliedern vielleicht “nur” 5000 bis 10000 aktiv beteiligen
2. Die Piraten wollten eine Art Revolution und bisher hat jede Revolution ihre Kinder gefressen, zumindest viele. Die Piratenpartei von 2012 ist nicht mehr jene von 2006. Das mag weh tun – siehe im eingangs zitierten “Liebe Neupiraten”-Blogbeitrag … ist jedoch einfach so. Immer.
Was meiner Meinung nach bei den Piraten fehlt und man mag mich da gern korrigieren, ist eine gelegentliche “Selbstreinigung” mittels Humor und/oder Sport und/oder Kultur und/oder … etc. etc.
Was ich 2009 (als parteiloser LTW-Kandidat für die Sachsen-Piraten) erlebt habe und jetzt – April-Juli 2012 – wieder, als ich mich ab und an mal wieder in ein Ortsgruppen-Treffen gesetzt habe, ist der “ganz normale Gruppendynamik-Wahnsinn”.
Mittlerweile hat sich vieles “normalisiert”, was im Grunde gut ist. Anderes (z.B. interne “Gockelkämpfe”) scheint wie eh und je zu sein … was m.E. vielerorts immer noch fehlt, ist das Bewusstsein, dass primär nicht eine/die Partei etwas verändert, sondern jedes Mitglied dadurch, dass es sich erst einmal selbst verändert.
Okay, nach all dem Allgemeinen, eine Idee für die Piratenpartei und deren Mitglieder:
Macht ‘nen eigenen Comedy-&-Satire-Kanal bei YouTube o.ä. auf und nehmt euch gelegentlich selbst auf den Arm. … ansonsten machen es – häufig zu Recht – weiterhin alle anderen.
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1. Jeder Mensch ist gleich, jeder hat dieselben Rechte.
Das ist Unsinn, jeder Mensch hat unterschiedliche Begabungen, Vorstellungen, eine unterschiedliche Herkunft, unterschiedlich viel Geld. Rechte sollte nur derjenige voll in Anspruch nehmen, der der Gesellschaft dient. Anders kann soziales Leben nämlich nicht funktionieren.
2.
Niemand wird aufgrund von irgendetwas diskriminiert.
Wie soll das gehen? In einer Gesellschaft, in der es Unterschiede gibt, wird es immer “discrimina” geben. Alles andere ist Einbildung. Der Verzicht auf Diskriminierung positiver Art bedeutet auch Verzicht auf jegliche demokratische Konfliktkultur. Darf man jetzt nicht mal polemisieren, weil Frau Weisband das nicht will?
3.
Wir stehen für ein möglichst frei gestaltbares Leben aller Menschen.
Wie soll das gehen? Wenn man kein Geld hat oder arbeitslos ist, ist das Leben ziemlich beengt oder nicht?
4. Für eine Gesellschaft sind Regeln notwendig, aber minimal zu halten, um niemanden in seiner Entfaltung zu stören.
Eine Gesellschaft braucht sehr viele Regeln, sonst kann das Zusammenleben nicht funktionieren. Eine Gesellschaft, die nicht ungeschriebene Regeln hat, funktioniert nach dem Prinzip “homo homini lupus est”, dem Grundsatz aller Erzliberalen (Weisband ist eine).
5. Wir sind eine Solidargemeinschaft. Die Stärkeren helfen den Schwächeren.
Wer stellt fest, wer die “Stärkeren” und die “Schwächeren” sind? Niemand. Viele Rentner, die hart gearbeitet haben, 40 Jahre lang, bekommen weniger als z.B. Migranten. Sind das dann die “Stärkeren”? Wollen die Piraten eine Einbahnstraßensolidarität? Solidarität setzt zwei Seiten voraus, nicht eine. Man kann sie nicht zwangsverordnen, so wie in der UDSSR.
6. Grundrechte werden geschützt und gestärkt.
Dazu kann man nur sagen: Theorie und Praxis …
7. Politische Prozesse und Entscheidungen sind jederzeit möglichst offen und transparent zu gestalten und Betroffene und Interessierte so weitgehend wie möglich zu beteiligen.
Schön und gut, sobald die Piraten von Diäten leben …
8. Wir verstehen uns als eine weltweite Bewegung.
Wie war das bei Marx und Engels?
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Richtig! Was bringt ein Justizsystem, wenn die Leute kein Rechtsbewusstsein haben, wenn sie korrupt sind? Was bringt Religion, wenn die Leute nicht fromm sind? Was bringen die besten Schulen, wenn die Leute nichts lernen wollen? Was bringt Gequatsche über Grundwerte etwas, wenn sie die Leute gar nicht haben?
Was bringt eine Demokratie, die alle in Anspruch nehmen wollen, ohne ihr zu dienen? Was bringt ein Sozialstaat auf solidarischer Basis, in dem die einen bedenkenlos nehmen und die anderen nur noch zahlen? Was hilft uns der Staat, wenn wir für ihn nichts tun? Was hilft uns ein Grundgesetz, wenn sich die regierende Kaste nicht daran hält?
Ich weiß, so denken Linke nicht, deshalb werden sie auch immer scheitern.
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Liebe Marina,
ich kann dir nur zustimmen. Diese ganze Debatte ist “unpiratig”.
Wir sollten uns über jedes neue Mitglied freuen. Wenn darunter z. T. auch schon erfahrene Köpfe aus anderen Parteien sind, um so besser! Dass diese dann nicht unbedingt als anonymer Basis-Pirat ihr Dasein im LQFB fristen und ihre Erfahrung und das evtl. mitgebrachte Medieninteresse dann gerne auch “weiter Vorne” nutzen möchten finde ich auch nicht verwerflich, bzw. würde es nicht per sé als “Medien- und Karrieregeilheit” diffamieren. Wenn diese bekannten Köpfe “piratige” Ansichten haben, dann sollen sie auch gerne recht schnell an der Medienfront für uns kämpfen und eine entsprechende Position bzw. Listenplatz bekommen.
Als Star-Trek-Seher vergleiche ich uns gerne mit einer positiven Variante der Borg, nur ohne Königin und als ein kollektiv von Individuen, die auch als solche funktionieren, aber ihre Gedanken und ihr Wissen kombinieren, um Entscheidungen mit maximalem Wissen und Erfahrungsschatz treffen zu können.
Schauen wir mal, wie es weiter geht… Ich bin gerne Pirat und habe in unserer Partei schon viele sympathische und kluge Köpfe kennengelernt, so dass ich denke, dass wir das schon “wuppen” werden!
LupG
Demophilos
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Hier möchte ich unbedingt aus einem Beirag kurz vor diesem zitieren:
http://www.marinaslied.de/?p=726
“1. Wir müssen Nazis nicht dulden.
Meinungsfreiheit ist ein Gut der Gesellschaft. Juristisch muss der Staat es ertragen, wenn Rechte Zeug reden, das noch legal ist. Aber wir sind eine Partei! Parteien sind nicht stellvertretend für die ganze Gesellschaft oder den ganzen Staat. Parteien sind parteiisch. Parteien sind Zusammenschlüsse von Menschen, die mehr oder weniger ähnlich in ihren Idealen sind. Eine Partei muss nicht alles dulden, was der Staat duldet.”
…
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Liebe Marina,
habe durch Zufall und spät Deinen Blog gelesen und durch querlesen versucht dem ein wenig zu folgen. Persönlich gehöre ich einer Spezies an die hier nicht so richtig zur Sprache kommt. jedoch in der freien Natur (und den Weltmmeeren) noch den dominierenden Anteil der Bevölkerung ausmacht: Ich bin “Nicht-Pirat”! Nicht etwa weil mir das piratische Gedankengut fern wäre, es gibt eine große Übereinstimmung in vielen Punkten, in einigen aber eben auch nicht.
Wie in jeder Partei, die wohl jemals auf der Welt gegründet wurde, sammeln sich erst einmal die 100%igen in ihr. Je größer aber die Partei wird und damit auch die Verbreitung und der Einfluss, um so mehr ist sie auch darauf angewiesen ihr Programm zu überarbeiten, um einen größeren gesellschaftlichen Konsens zu erreichen. Sprich, man wird sich auch den 70 und 80%igen öffnen müssen, um auf einer breiteren gesellschaftlichen Basis zu ruhen. Wichtig wird sein Grundsatzpositionen festzuhalten die nicht verhandlbar sind und solche zu erkennen, die dann auch mal nur 75% sein dürfen.
Denn dieses scheint mir der eigentliche Punkt der Diskussion zu sein. Die “Altpiraten” setzen sich zu einem hohen Anteil aus den 90 bis 100%igen zusammen und nur zu einem geringen Teil aus denen die keine bessere Alternative sahen, während die “Neupiraten” eben einen hohen Anteil an Menschen haben die “nur” zu 70 oder 80% mit den Zielen übereinstimmen und auch einige letzte 100%ige endlich angekommen sind.Es geht also meiner Meinung nach weniger um einen “Zeitpunkt des Eintritts” als um den Gad der Übereinstimmung mit den Zielen.
Wenn ihr nur 90 bis 100%ige wollt, werdet ihr eine Splitterpartei bleiben, wenn ihr etwas verändern wollt braucht ihr Mehrheiten und (ich wiederhole mich) müsst definieren welche Positionen verhandelbar sind. Einfach zu sagen “Verpisst Euch!” wird Euch in die Bedeutungslosigkeit verbannen, denn die Wahlerfolge haben sicherlich nicht nur mit den Zielen der Partei zu tun, sondern auch viel mit “Protest wählen”.
Ich lehne mich jetzt mal “ganz weit” aus dem Fenster und sage voraus, dass es bei Euch künftig verschiedene Flügel geben wird: die “Fundis” und die “Realos”. Ups, wer jetzt ein Dejá vu hat, sollte sich mal mit der Geschichte der gerade gedanklich assozoierten Partei auseinander setzen und wird gewisse Parallelen in der Entwicklung feststellen. Lernt daraus.
So wie die “Grünen” viele Ideen in die Gesellschaft pflanzen konnten, wünsche ich mir, dass auch die Piraten viele Ihrer Ideen in die Gesellschaft entern können. Das setzt allerdings voraus, dass das “wie” auch mehrheitstauglich ist. Maximalpositionen werden nicht haltbar sein und “Verpisst Euch!” wird nicht der Weg zu politischer Teilhabe sein. Ich bin gespannt und beobachte weiter.
Pascal
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