Dez 022010
 

Vor wenigen Tagen hinterließ ein Gast einen rührenden Kommentar in meiner Galerie. Nur wenig später erhielt ich von ihm eine Email. Darin enthalten war ein Link, der mich bei einem Glas Wein in einer 20er-Jahre-Bar zu spontanem Lachen bewegt hat. Slov ant Gali hat in seinem Blog eine Art Mini-Gedichtzyklus unter dem Namen “Für Marina” [...]

Mrz 042009
 

Wir haben uns im Februar getroffen, Und gleich begann es uns hinfortzureißen Und  sofort brannten Lichterloh die Seelen Und “Februar” sollt unser Leben heißen. Wir trafen heimlich uns am Valentinstag Und tauschten mit den Blicken heiße Worte, Und lasen Zeichen in dem kleinsten Zufall Und träumten uns zu zweit an ferne Orte. Wir sprachen der [...]

Jan 062009
 

Wenn meine Seele sich erholt Von deinen schönen Worten, Dann öffne mutig ich den Mund Und ruf es in den Wind: Streck deine rauhe Hand nicht aus, Bleib fern von meinen Pforten! Berühre meine Liebe nicht, Denn sie ist noch ein Kind. Nur wenig nötige Details Sind alle deine Worte, Schmückender Rauch und Beigeschmack, Gelogener [...]

Okt 162008
 

“Wo Meer und Himmel sich vereinen, Erglänzt ein Segel, weiß und weit – Was trieb es aus dem Land der Seinen? Was sucht es in der Einsamkeit? Es pfeift der Wind. Die Wellen drohen. Es knarrt der Mast. Das Segel schwebt Nicht vor dem Glück ist es geflohen. Es ist nicht Glück, wonach es strebt. [...]

Okt 142008
 

Ich werde in der nächsten Zeit nicht viel schreiben oder zeichnen können. Der Grund dafür ist simpel: Bei so einer kleinen Art Rauferei ist meine Faust irgendwie unglücklich auf jemandes Jochbein aufgekommen und seitdem büße ich meine rechte Hand ein. Das ist für mich als Künstlerin ein sehr unangenehmer Zustand, denn Verletzungen der linken Hand [...]

Okt 072008
 

Es war schon Abend, dunkel, kalt; da klopfte es noch an die Tür. “Eine solche feine Dame! Wollen Sie etwa zu mir?” “Bin nur ein komisches Geschöpf, das nichts erkennt und sich nun wundert.” “Sie haben bloß die Tür verwechselt; das Haus; die Stadt – und das Jahrhundert.” Es war schon Abend, dunkel, kalt; da [...]

Okt 012008
 

Es gab noch eine zweite Witwe. Die hat man vergessen. Oder sie dachten kurz an sie, als sie den Sarg verschlossen. Sie ging ganz abseits, ganz in schwarz, sie war ganz leise. Sie hatte blasse Lippen, kam gerade von der Reise. Sie hat schon lange sich gewöhnt, sie lebt nun weit entfernt. Und an der [...]

Sep 302008
 

Uns schüttelt es in Überfüllten Bussen Uns hetzt den ganzen Tag der Alltagstrott Uns schluckt die U-Bahn unter unsren Füssen Umdrängelt wir von dem Passantenspott Durch laute Straßen gehen wir vorüber Und sehen nicht Gesichter noch Statur. Vermischt ist miteinander unsre Atmung Verwirrt ist ineinander unsre Spur Aus Taschen zieh’n wir unsre Zigaretten, Unsere Säume [...]

Sep 262008
 

Ach, was klopft es nachts so bitterlich an mein Fenster, wenn ich allein bin? Der Chor meiner toten Kinder singt leise ein Lied für mich. Draußen vertrocknen auf den Wiesen die Stiefmütterchen. Draußen riecht es nach fauligem Gras. Hinter der Glasscheibe ist es ganz still. Äther schwimmt wohlig vor den Augen. Draußen wird es Tag [...]

Jun 212008
 

Ich saß im Bus der Nachtlinie N82 und beobachtete, wie die betonnene Kälte in der Dunkelheit an mir voreizog. In der Spiegelung waren meine Augen von Schatten wie unter einem schwarzen Schleier. Unter ihnen flossen meine Augenringe durch die Haut. Weiße Gesichtshaut bei Neonbeleuchtung. Die Tüten schnitten mit ihren Griffen in meine Finger und meine [...]